Workshopbericht: LGB&T – Gemeinsam sind wir stark!?

Am 7. September fanden in Bern im Rahmen der zweiten nationalen Transtagung zwei Workshops statt, die allen Interessierten offenstanden: Das „Transeinmaleins“ mit Basisinformationen rund um trans* und der Workshop „LGB&T – Gemeinsam sind wir stark?!“.

Die fast 30 Teilnehmenden diskutierten in letzterem die Grundfrage, was Lesben, Schwule sowie Bi- und Pansexuelle und Transmenschen verbindet und wo es Unterschiede gibt. Bei Transmenschen geht es primär um die Geschlechtsidentität („was bin ich“) und bei Homosexuellen um die sexuelle Orientierung („wen begehre ich“). Das scheinen ganz verschiedene Sphären zu sein. Aber wenn man darüber nachdenkt, dass Transpersonen natürlich auch schwul oder lesbisch (oder gar hetero) sein können, vermischen sich die Welten sehr schnell.

Die erste Frage in der Runde war daher, wie die Teilnehmenden erstmals mit der Transthematik in Berührung gekommen seien. Tatsächlich gab es die Begegnungen vielfach erst in den letzten Jahren, als Trans stärker in die Medien kam. Z.T. gingen sie auch auf die Gründung von TGNS 2010 zurück, aber auch auf Stammtische, Selbsthilfegruppen oder Tagungen zum Thema.

Die folgende Diskussion betonte vor allem die Gemeinsamkeiten - Freiheit, Selbstbestimmung und Vielfalt -, die Synergien in der Zusammenarbeit bilden. Mit den Ereignissen von Stonewall blickt die ganze LGBT-Bewegung auf einen „Urknall“ zurück, an dem Transmenschen massgeblich beteiligt waren. Kontrovers diskutiert wurde der Begriff der „Community“. Gibt es eine LGB-/LGBT-Community in der Schweiz? Sollte es nicht ein ganz eigenes Trans-Movement geben?

Viele weitere spannende Themen wurden angesprochen, wie: Soll es einen gemeinsamen LGBT-Dachverband in der Schweiz geben, der sich vor allem auf politischer Ebene gegen Diskriminierung einsetzen könnte? Wie können wir die Vielfalt stärken und nicht als Minderheit wiederum Minderheiten ausgrenzen? Auf die auch in der LGBT-Szene wahrnehmbaren patriarchalen Strukturen wurde hingewiesen, was oft ein Unsichtbarmachen von Lesben und Transmenschen zur Folge habe. Transmenschen sollten in den Vereinen und Organisationen aktiv mit ins Boot geholt werden – was wiederum vielfach daran scheitert, dass es zu wenige Trans-Aktivist_innen gibt.
Das Fazit?: Gemeinsam sind wir stark!

Henry Hohmann

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.